3 Fragen an Carolina Müller-Möhl

1. Welche Referate oder Begegnungen fanden Sie am diesjährigen SEF besonders eindrücklich?
Eindrücklich waren sie eigentlich alle. Aber bewegend fand ich vor allem den Auftritt von Daniela Spavetti, CEO des gleichnamigen Familienunternehmens. Eine leidenschaftliche Unternehmerin, gradlinig, fleissig und er folgreich.
2. Welche Themen wurden am diesjährigen SEF am stärksten gewichtet?
Das Leitmotiv war ja questions & answers. In diesem Zusammenhang fand ich die Anregungen von Saatchi +Saatchi CEO Kevin Roberts spannend. Wenn man Neues schaffen und kreativ sein will muss man alte Strukturen aufbrechen. Lassen Sie mich Ihnen dazu ein Beispiel geben: Eine der grössten Herausforderungen für die Wirtschaft ist der Arbeits-kräftemangel. Heute sind an unser en Universitäten über 50% Frauen in der Pipeline. Die bessere Integration dieser hervorragend ausgebildeten weiblichen Fachkräfte, darin sind sich alle einig , ist ein zentraler Faktor zur Bewältigung dieses Mangels. Damit dies möglichwird brauchen wir aber die richtigen Rahmenbedingungen zur Vereinbarkeit von Beruf und Familie. Wir brauchen kreative Köpfe, die darüber nachdenken, wie Arbeitnehmer trotz Familie dem Arbeits-markt erhalten bleiben und dabei gleichzeitig die Interessen der Unternehmen gewahrt werden können. Wir brauchen Antworten auf Fragen wie: Was macht ein Unternehmen wenn zwei oder mehr Mitarbeiterinnen gleichzeitig mutterschaftsbedingt ausfallen? Wie können Firmen Teilzeitstellen auch im obersten Management schaffen? Wie flexibel soll ein Unternehmen seine Präsenz-und Arbeitszeiten gestalten? Für die Beantwortung dieser Fragen müssen wir mutig und dazu ber eit sein alte Strukturen aufzubrechen.
3. Was sind weitere Herausforderungen, welche in naher Zukunft auf die Schweizer Wirtschaft zukommen?
Es muss uns gelingen, dass sich Politik und Wirtschaft wieder annähern. Die Schweizer Wirtschaft braucht geordnete und verlässliche Rahmenbedingungen, um an Errungenschaften der Vergangenheit anknüpfen zu können. Dafür wünsche ich mir v on der Schweizer Politik klare Entscheidungen und ein Signal für den liberalen Wirtschaftsstandort Schweiz.
Der Nahrungsmittelkonzern Nestlé hat es als einzige Schweizer Firma auf die Liste der grünsten Unternehmen der Welt geschafft; er belegt Platz 14. Laut Michael Gabriel, Managing Director bei Interbrand Zürich, hat Nestlé diese Platzierung aufgrund von Aktivitäten zugunsten der Nachhaltigkeit in verschiedenen Bereichen verdient. «Das Unternehmen hat zum Beispiel seinen Wasserverbrauch drastisch reduziert, die Emissionen halbiert und beim Re-cycling grosse Fortschritte erzielt», so Gabriel. Die Glaubwürdigkeit der Studie ist aber fragwürdig. Die ersten drei Plätze belegen Toyota, Ford und Honda – allesamt Vertreter der Automobilindustrie, die nicht gerade für ihre Nach-haltigkeit bekannt ist. Auch die Non-Profit-Organisation «Erklärung von Bern» kritisiert das Auswahlverfahren. Sprecher Oliver Classen äusserte sich wie folgt zur Studie: «Nestlé kommt in diesem methodisch fragwürdigen Ranking mit vergleichsweise geringen Bemühungen um Nachhaltigkeit auf einen vorderen Rang.» Dieses Misstrauen spiegelt sich auch in einer Umfrage von 20 Minuten online wider: Von rund 450 Teilnehmenden nehmen gerade einmal 19% der Nestlé ihr «grünes Image» ab.

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