Frauen investieren anders. Männer auch.

Frauen investieren anders. Männer auch.

Männer sind vom Mars, Frauen von der Venus. Männer jagen, Frauen sammeln. Das sind die gängigen Klischees, die aber einen wahren Kern haben. Aus der Wissenschaft wissen wir nämlich, dass es tatsächlich Unterschiede zwischen den Geschlechtern gibt. Wie wirken sich diese aus, wenn es um finanzielle Angelegenheiten geht? Unterscheiden sich Frauen und Männer auch im Anlageverhalten?
Tatsache ist: Männer befassen sich schon wesentlich länger mit Geldangelegenheiten als Frauen. Das ist nicht weiter verwunderlich, ist es doch gar nicht so lange her, dass Frauen ohne die Zustimmung ihres Mannes kein eigenes Bankkonto eröffnen durften. Diese Zeiten sind zum Glück vorbei. Viele Frauen generieren heute ihr eigenes Einkommen. Und trotzdem managen nur wenige ihr Vermögen selbst und beschäftigen sich mit der Geldanlage.
Frauen interessieren sich seltener für Finanzthemen und haben im Schnitt weniger Finanzwissen als Männer. Das belegen viele Studien. Wenn sie aber investieren, zeigen sich deutliche geschlechtsspezifische Unterschiede: Frauen sind eher risikoscheu und tendieren zu konservativen Anlagestrategien. Sie sind oft realistischer als Männer und bleiben in der Regel gelassener, wenn die Märkte nach unten tendieren. Zudem scheinen Frauen gründlicher zu recherchieren, bevor sie sich für eine Investition entscheiden. Sie denken häufig langfristiger und lassen sich von sozialen und ethischen Kriterien leiten. Männer geben dagegen eher dem Spieltrieb und Renditeversprechen nach. Welche Auswirkungen hat nun aber dieses unterschiedliche Anlageverhalten?
Die Vorsicht der Frauen kann sie davor bewahren, unnötige Risiken einzugehen und so grosse Verluste zu erleiden. Dank ihrem Realitätssinn und ihrer Gelassenheit handeln sie oft weniger sprunghaft und achten stärker auf eine ausgeglichene Diversifikation ihres Depots. Denn häufiges Kaufen und Verkaufen kann teuer werden. Wenn sich Frauen einmal für eine Anlage entschieden haben, bleiben sie eher dabei. Dieser langfristige Horizont ermöglicht in der Regel ausgewogenere Ergebnisse.
LouAnn Lofton argumentiert in ihrem Buch „Warren Buffett invests like a Girl“, dass Buffett so erfolgreich sei, weil er bei seinen Investitionsentscheidungen „weiblich“ handle. Buffett investiert nur in Branchen und Unternehmen, die er kennt und versteht. Er bleibt gelassen und ruhig, auch wenn es an den Börsen einmal turbulent zu und her geht. Genau wie die meisten Investorinnen.
Verallgemeinerungen sind immer riskant und niemand sollte den Anlageerfolg - oder eben auch Misserfolg – nur vom Geschlecht abhängig machen. Trotzdem möchte ich allen Frauen Mut machen, sich mehr mit der Materie zu befassen und ihr Geld eigenverantwortlich anzulegen. Eigenständigkeit lohnt sich!

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