Nachhaltigkeit und Fairness

Einen Kontrapunkt setzte dieser Tage die Stadt Genf. Dort diskutierten Banker, Wissenschaftler, Entwicklungsexperten und Investoren über Zukunftsperspektiven. Das Welt-Mikrofinanz-Forum zeigte auf, wie Gewinnstreben und Nachhaltigkeit auf einen Nenner gebracht werden können. Das Erfolgsrezept von Nobelpreisträger und Bank-Gründer Muhammad Yunus findet immer mehr Anhänger – darunter auch Unternehmen wie Credit Suisse, Pictet und Syngenta. Kleinkredite werden über selbst verwaltete und dezentrale Strukturen an Kleinstunternehmen gewährt. Viele davon sind von Frauen geführt. Rückzahlungsquoten von sagenhaften 99 Prozent haben manches Vorurteil gegenüber Mikrokrediten widerlegt.

Geschäfte mit Mikrokrediten können nicht mit dem globalen Investment Banking mithalten. Sie bringen nicht maximalen Gewinn – aber optimalen: Sie verbinden Wertschöpfung mit Nachhaltigkeit und Fairness. Sie rufen uns in Erinnerung, dass wirtschaftliche Erfolge nur durch ein Bekenntnis zu persönlicher Verantwortung und Leistungswille zu haben sind.

Die Botschaft aus Genf ist Balsam für unsere krisengeschüttelten Gemüter. Manchmal entsteht Grosses eben aus dem Kleinen.

© 2008 «punkt.ch»

 

Zurück zur Auswahl